Sind Diäten sinnvoll?

Sind Diäten sinnvoll

veröffentlicht am 10. September 2016 | Autor: Caroline Böhme

 

Es gibt unzählige sogenannte Diäten, die Menschen immer wieder zu dem Versuch motivieren, mit ihrer Hilfe Gewicht zu reduzieren. Leider sind Diäten häufig einseitig, sie sind entweder extrem in der Reduktion der Kalorienmenge oder in Bezug auf bestimmte Lebensmittel, die eigentlich zu einer vollwertigen Ernährung dazu gehören. Oft stellen sie keine dauerhaft günstige Ernährungsform dar, sodass sie nur vorrübergehend durchgeführt werden und es anschließend wieder zu einer anderen Ernährungsform kommt. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Die Kriterien für "gute Diäten" erfahren Sie weiter unten.

Würde eine Diät eine dauerhafte günstige Ernährungsform darstellen, so würde man sie nicht "Diät" nennen. Genau hier liegt auch das Problem, was ich in diesem Beitrag beleuchten möchte: Mit einer Diät, wie sie allgemein verstanden wird, kann in aller Regel keine dauerhafte gesündere Ernährungsweise erzielt werden, wodurch ein möglicherweise eintretender Erfolg nur vorrübergehend ist. Somit kommen Menschen, die abnehmen möchten, nicht wirklich an ihr Ziel, sondern bleiben ständig in ihrer Problematik gefangen.
Ein gesunder und dauerhafter Weg geht nur über eine langsame und nachhaltige Änderung der Ernährung und der Lebensweise. Das werde ich hier öfter wiederholen, denn dieses Verständnis ist die Basis, die meiner Erfahrung nach den meisten fehlt!

 

Diäten zum Abnehmen - ist das sinnvoll?


Ein erfolgreiches Abnehmen von Fettgewebe funktioniert am besten, wenn sowohl Ernährung als auch Bewegung und Stress berücksichtigt werden. Das sind die drei Säulen, bei denen angesetzt werden sollte.
Viele Diäten im gebräuchlichen Sinn beinhalten nicht nur eine einseitige Ernährung, bei der in der Regel nicht auf eine vollwertige, dauerhafte Umstellung geachtet wird, sondern berücksichtigen auch oft nicht die großen Faktoren Bewegung und Stress.

Es gibt aber auch ganzheitliche Programme, die nicht nur eine Diät im eigentlichen Sinn darstellen, sondern auch Bewegung und Stress berücksichtigen und auf eine dauerhafte und nachhaltige Umstellung des Ernährungs- und Lebensstils abzielen, wie z. B. das Programm der DGE "ICH nehme ab". Solche ganzheitlichen Programme sind sinnvoll und gut, wenn sie tatsächlich zu einer anschließenden Änderung in der Ernährung, Bewegung und dem gesamten Lebensstil führen. Nur so hat man langsfristig etwas davon, und kann in kleinen Schritten das Wunschgewicht erzielen und auch halten.

 

Was spricht gegen Diäten?


Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl, dass Sie plötzlich Ihres Gewichtes so überdrüssig sind, dass Sie es unbedingt ganz schnell und in möglichst kurzer Zeit wegbekommen wollen. Vielleicht auch, weil es nun Sommer wird und Sie sich im Bikini sonst nicht wohl fühlen. Sie brauchen also ein Mittel, was Ihnen schnell hilft, an dieses Ziel zu kommen.
Genau in solchen Situationen wird gern auf eine Diät zurückgegriffen. Möglicherweise bezieht man gleichzeitig auch etwas Sport mit ein, was aber schwer fällt, weil es ja sonst auch nicht zum Alltagsprogramm gehört. Eine anstrengende und qualvolle Phase folgt, die vermutlich nur in geringem Maß zu dem führt, was man gerne hätte. Die Wahrheit ist: es kann auch nicht funktionieren!
Zum einen macht es keine Freude, und es ist wahnsinnig anstrengend, denn Sie haben tausend Verbote und Vorschriften. Zum anderen wird der Körper einseitig mit Nährstoffen versorgt, und wenn Sie sich nicht gut auskennen, essen Sie vielleicht sogar zu wenig, bauen Muskelmasse ab, reduzieren den Grundumsatz, kommen in Heißhungerzustände hinein und haben anschließend auch noch einen Jojoeffekt. Alles Dinge, die demotivieren und frustrieren.

Je nach Diät können unterschiedliche Nachteile entstehen. Grundlegend kann man zusammenfassen, dass alle einseitigen Ernährungsformen, wie z. B. die Reduktion von Kohlenhydraten oder von Eiweißen, Nachteile mit sich bringen. Vor allem, weil sie sich nicht als Dauerernährung eignen. Sinnvoll ist es, wenn nur die "ungesunden" Lebensmittel weggelassen werden. Das ist dann aber eine gute Ernährung im eigentlichen Sinn, und keine Diät mehr. Oft wird bei Diäten nicht primär auf die Qualität der Lebensmittel geachtet, sondern nur auf die Kalorienmenge. Der Körper kommt dann aber leicht in eine echte Notsituation, wenn er beispielsweise mit Mikronährstoffen bereits unterversorgt war, und dann im Zuge einer Diät noch weniger davon bekommt, weil die Nahrungsmenge einfach reduziert wird, ohne die Mengen der Mikronährstoffe zu erhöhen! Unser Körper kann mit sehr wenigen Kalorien auskommen, aber nicht mit wenigen Mikronährstoffen wie Mineralien und Vitaminen!

Die Problematik einer einseitigen Ernährung, die nicht für die Dauer gedacht und geeignet ist, habe ich bereits angedeutet. Ist die Diät vorbei, greift man wieder zu den alten Lebensmitteln, man ist wieder in den ursprünglichen Gewohnheiten. Das Gewicht kommt wieder auf die Waage, oft auch, weil während der Diät der Grundumsatz reduziert oder zu viel Wasser ausgeschieden wurde, anstatt des gewünschten Fettabbaus.

Wird während einer Diät nicht gleichzeitig auch auf Sport geachtet baut der Körper in erster Linie Eiweiß und Glykogen ab, das an Wasser gebunden ist, und nicht Fett. Die Folgen sind eine Wasserausscheidung (das nach der Diät wieder gebunden wird) und ein Abbau der Muskelmasse. Dadurch sinkt wiederum der Grundumsatz, sodass der Körper weniger Energie verbraucht. Eine sinnvolle Umstellung der Ernährung gemeinsam mit entsprechender Bewegung und Muskelaufbau führt zu einem vielfach schnelleren Abbau von Fettgewebe!

Ist es nicht viel besser und leichter, einen langsamen aber dauerhaften Weg zu wählen, mit dem Sie bald Ihr Wunschgewicht realisiert haben und gleichzeitig Ihre Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten so geändert haben, dass Sie zur Normalität geworden sind und Sie nicht mehr darüber nachdenken müssen? Ja, das ist möglich! Gewohnheiten lassen sich schnell ändern, wenn man zu Beginn etwas Konsequenz aufbringt und die Schritte langsam und sinnvoll wählt.

 

Wann sind Diäten sinnvoll?