Der Sinn von Fasten

Sinn von Fasten

veröffentlicht am 18. September 2016 | Autor: Caroline Böhme

 

Was ist Fasten?

Fasten wird definiert als der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für eine begrenzte Zeit. Es ist keine Nulldiät. Nur in seltenen Fällen gibt es auch Formen mit wenigen Tagen reinem Tee - oder Wasserfasten.

In unserer Kultur kennen wir Fasten auch aus religiösen Zusammenhängen, wobei für gewisse Zeiträume auf bestimmte Nahrungsmittel wie Fleisch oder auf Genussmittel verzichtet wird. Auch in anderen Kulturen gibt es solche Bräuche. Bei uns haben diese Fastentraditionen allerdings nur noch wenig Bedeutung und stellen eher eine Fassade dar. Ein zeitweiliger Verzicht z. B. auf Genussmittel oder Nikotin ist zwar gesundheitlich sinnvoll, stellt aber in dem Sinne kein Fasten dar. Ursprünglich geht die Bedeutung aus der Religion eher in die Richtung, dass die Aufmerksamkeit auf Materie und Körperlichkeit reduziert wird, um sich mehr für andere Dimensionen öffnen zu können.

Heute hat Fasten eine neue Bedeutung bekommen. In einer Zeit von Überfluss an Nahrung und vor allem schlechten Ernährungsgewohn-heiten und zunehmender ernährungsbedingter Zivilisationskrankheiten dient Fasten eher dem gesundheitlichem Aspekt.
Es sind dabei die verschiedensten Formen entstanden. Grundlage können Obst- und Gemüsesäfte und Gemüsebrühen sein, Tees und natürlich Wasser, wie beispielsweise beim Heilfasten nach Buchinger. Es gibt Schleimfasten-Kuren, Basenfasten und Rohkostfasten, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Dabei spielt die Auswahl bestimmter Nahrungsmittel eine Rolle, wie das ausschließliche Verzehren von rohen Nahrungsmitteln. Oder beim Basenfasten Lebensmittel, die basisch verstoffwechselt werden, um den Körper bei der Wiederherstellung eines gesunden Säure-Basen-Haushaltes zu unterstützen. Bekannt ist auch die F. X. Mayr-Kur, die aber eigentlich eher eine Darmsanierung darstellt, oder die Schrothkur. Es gibt zahreiche weitere Varianten und Kombinationen. Begleitend werden meist Maßnahmen angewendet, die die Ausscheidungsfunktionen des Körpers unterstützen. Desweiteren werden Bewegungsprogramme, Beratungen und andere Angebote mit einbezogen, die z. B. eine Änderung des Lebensstils einleiten sollen.

Unterteilen kann man verschiedene Formen von Fasten nach dem Gesundheitszustand der Anwender. Das ist entweder ein Fasten für Gesunde, ohne jegliche medizinische Indikation, das präventive Fasten, um Erkrankungen vorzubeugen, oder das therapeutische Fasten, was sich bei bestimmten Erkrankungen, insbesondere chronischen Erkrankungen, als sehr hilfreich erwiesen hat.


Was sind die Effekte von Fasten?

Fasten wird von vielen Menschen im Zusammenhang mit Abnehmen gesehen. Das Reduzieren von Gewicht ist allerdings nur ein Nebeneffekt. Beim Fasten geht es grundsätzlich erstmal nicht um Abnehmen.

Noch bis vor kurzer Zeit in der Geschichte der Menschheit standen Nahrungsmittel nicht das ganze Jahr über und nicht in gleichbleibender Menge zur Verfügung. Die Menschen machten natürlicherweise regelmäßige "Fastenzeiten" durch, in denen weniger gegessen wurde. Durch geringere Nahrungszufuhr bekommt der Körper Zeit und Energie, sich von dauernden Belastungen durch Nahrung und Stoffwechsel zu "erholen". Er nutzt dabei diese Gelegenheit, sich von möglichweise angesammelten Giften und Stoffwechselendprodukten zu befreien, um die er sich sonst nicht kümmern konnte. Wie schnell dieser Prozess in Gang kommt, ist sehr erstaunlich. Dies macht deutllich, wie viel Energie und Aufwand der Körper in das ständige Verdauen der Nahrung stecken muss, wie sehr es alle Körperfunktionen vereinnahmt. Diese Erfahrung kann gemacht werden, wenn wir dem Körper eine kleine Zeit an Ruhe durch eine Fastenkur gönnen.
Fasten wirkt sich allerdings nicht nur auf den Körper aus, denn letztendlich sind wir Menschen vieldimensionale Wesen, wobei alle Ebenen verbunden sind. Oft wird eine Heilwirkung sowohl auf den Körper, als auch auf die Seele und den Geist beschrieben. Innere Ruhe und Klarheit kehrt ein, man findet besser zu sich selbst und in seine eigene Mitte zurück.

Grundsätzlich kann man die Effekte des Fastens folgendermaßen zusammenfassen:

 

Wenn nach einer Fastenkur die gleichen Ernährungsgewohnheiten wieder aufgenommen werden, wird ein reduziertes Gewicht nicht lange anhalten!


Regeln beim Fasten

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, Fastenkuren nur unter Anleitung von ausgebildeten Fastenleitern durchzuführen. Es werden vielerorts die verschiedensten Programme angeboten, sodass man sicher das passende für sich findet.

Eine Fastenkur sollte immer eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr beinhalten, d. h. mindestens 2,5 Liter kalorienfreie Getränke ergänzt durch flüssige "Nahrung". Begleitend sollten immer die Ausscheidungsvorgänge des Körpers über Darm, Haut, Nieren, Leber und Lunge durch verschiedene Maßnahmen, z.B. Wickel, unterstützt werden. Es sollte zu einem guten Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe angeleitet werden, und anschließend nicht nur eine sorgfältige Kostaufbau, sondern auch eine Hinführung zu einem gesünderen Lebensstil stattfinden.

Wenn Sie eine Fastenkur machen möchten, sollten Sie das auch mit Ihrem Arzt absprechen, da es Wirkungen auf Medikamente haben kann. Besonders bei bestimmten Krankheitsbildern sollte Fasten nur unter ärztlicher Aufsicht und unter erfahrenen Fastenärzten durchgeführt werden. Dazu zählen Suchterkrankungen, Psychosen, Diabetes Typ 1, bösartige Erkrankungen, Netzhautablösung und fortgeschrittene koronare Herzerkrankungen. Fastenkuren werden sowohl ohne Arzt und durch Fastenleiter betreut angeboten, als auch ambulant oder stationär in Kliniken mit ärztlicher Begleitung.

Es gibt Erkrankungen und Umstände, bei denen Fasten nicht durchgeführt werden sollte: Schwangerschaft und Stillzeit, Magersucht, Schildrüsenüberfunktion, bei starker Abmagerung, Leber- und Niereninsuffizienz, Erkrankungen mit erhöhtem Harnsäurespiegel (da Gichtanfälle ausgelöst werden können), Hirndurchblutungsstörungen und Demenz.


Kritik am Fasten - gibt es Schlacken?

Kritiker bezweifeln, dass in einem gesunden Körper überhaupt Schlacken und Gifte anfallen und abgelagert werden. Der Begriff "Schlacken" ist ein Begriff, der sehr viel verwendet wird, und dabei sehr undifferenziert und teils falsch, gerade im Zusammenhang mit Fasten. Streng genommen sind Schlacken Neutralsalze, die durch Stoffwechselprozesse und Reaktionen zwischen Säuren und Basen entstehen. Eine typische Schlacke ist z. B. Plaque im Mund, was sich im folgenden zu Zahnstein verhärten kann. Auf ähnliche Weise entstehen beispielsweise auch Nieren, - Gallen- und Kotsteine. Unter bestimmten Umständen können sich Schlacken auch im Gewebe ablagern. Auch wird oft Wasser im Gewebe eingespeichert. Das sind nur einige Beispiele möglicher "Verunreinigungen", genannt werden könnten weitere Stoffwechselendprodukte, Giftstoffe, Entstehung von Verklebungen im Gewebe u.v.m.
Von Klienten höre ich immer wieder Berichte, wie sie nach einer Operation vom Chirurgen "gelobt" wurden, wie sauber ihr Körper von innen war. Ganz offensichtlich ist das nicht selbstverständlich. Diese Klienten sind in der Regel Menschen, die entweder eine Kur hinter sich hatten, oder sich bereits länger gesund, vegetarisch oder sogar vegan ernährten. Diese Aussagen sprechen sehr dafür, dass Kritiker wahrscheinlich nicht Recht haben. Chirurgen wissen am Besten, wie ein Körper von innen aussieht, und was es dabei für Unterschiede geben kann...